| 31 % mehr Kinder vorübergehend in Obhut der Jugendämter |
|
Pressemitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie NiedersachsenHannover. Im Jahr 2008 wurden 2 933 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zu ihrem eigenen Schutz vorläufig von den Jugendämtern in Obhut genommen. Die Zahl der Fälle nahm damit gegenüber dem Vorjahr um 31 % zu und erreichte das mit Abstand höchste Niveau der letzten 10 Jahre. Bundesweit lag die Steigerung bei +14 %. Nach Mitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen griffen die Jugendämter überwiegend (74 %) wegen einer dringenden Gefährdung des Kindeswohls ein. Die Anregung für die Maßnahme kam dabei zum größten Teil (rund 1400 Fälle) von der Polizei oder den Jugendämtern bzw. den sozialen Diensten, die als erste auf die jeweilige Problemsituation aufmerksam machten. In den übrigen 26 % der Fälle wurden die Behörden auf Wunsch des jungen Menschen tätig. Betroffen waren nach wie vor überwiegend Jugendliche ab 14 Jahren (55 %) und ältere Kinder im Alter von 12 bis unter 14 Jahren (14 %). Überdurchschnittliche Zuwachsraten gab es hingegen bei den 3 bis unter 6-Jährigen (+53 %), gefolgt von den unter 3-Jährigen (+47 %), die in insgesamt 9 % der Fälle betroffen waren. Mit 53 % überwog der Anteil der Mädchen. 16 % der Kinder und Jugendlichen wurden an einem jugendgefährdenden Ort aufgegriffen, etwa in der Nähe von Bordellen oder Drogenhändlern. 29 % der Betroffenen waren zuvor von Zuhause ausgerissen. 47 % der Kinder und Jugendlichen kehrten nach der Maßnahme zu ihren Sorgeberechtigten zurück. In 27 % der Fälle endete die Maßnahme mit der Einleitung erzieherischer Hilfen außerhalb des Elternhauses. Dazu gehören beispielsweise die Unterbringung in einem Heim oder einer Pflegefamilie.
|

