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Es fehlen besonders Gastfamilien für ältere Kinder. Babys und Säuglinge sind besser unterzubringen – Die Ämter starten eine breite Werbekampagne.
HANNOVER - Die Städte in Niedersachsen suchen händeringend nach Pflegeeltern – sei es durch Buswerbung, Plakate, Handzettel oder das Internet. Denn der Bedarf an Pflegeeltern hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt.
Nicht zuletzt habe die Zunahme von psychischen Erkrankungen und Armutsfolgen sowie die Überforderung von Eltern den Bedarf an Pflegefamilien kontinuierlich steigen lassen, sagte die Sprecherin der Stadt Hannover, Konstanze Kalmus. „Hannover sucht ständig Vollzeitpflegeeltern, die Kinder befristet oder auf Dauer aufnehmen.“ Zwischen 2005 und 2008 vermittelte die Stadt Hannover jeweils 20 bis 25 Kinder in Vollzeitpflegefamilien.
Auch Osnabrück suche regelmäßig Eltern für die Aufnahme von Pflegekindern, sagte Heribert Konermann vom städtischen Adoptions- und Pflegekinderdienst. „Für ganz kleine Kinder, für einen gesunden Säugling, da haben wir immer genug Pflegeeltern, aber für ältere Kinder oder für Kinder mit besonderem Pflegebedarf oder Auffälligkeiten, da suchen wir ständig geeignete Familien.“ Das Amt erwartet, dass die Bewerber gerne mit Kindern zusammen sein möchten. „Man muss ein Herz für Kinder haben“, sagte Konermann.
Im Landkreis Aurich steige ebenfalls der Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder, sagte der stellvertretende Leiter des Jugendamtes, Jürgen Homann. Gleichzeitig gehe die Bereitschaft, ein Pflegekind aufzunehmen, zurück. In dem Landkreis sind derzeit fast 200 Kinder in sogenannter Vollzeitpflege.
Wir haben nie genug Pflegeeltern“, sagte die Sprecherin von „Pflegekinder in Bremen“ (PiB), Eva Rhode. Derzeit leben in der Hansestadt rund 550 Kinder in 400 Pflegefamilien. Der Pflegekinderdienst der Stadt Braunschweig veranstaltet seit 1999 zwei- bis dreimal jährlich Informationswochenenden mit Bewerbern. Bislang sei dies die erfolgreichste Art der Pflegeelternwerbung. |